Witzableiter(6): Vom richtigen Umgang mit komischen Vögeln

 

Der Student wird in Zoologie geprüft. Der Professor hat neben sich einen Vogelkäfig, der aber so zugedeckt ist, dass man nur die Krallen des Vogels sieht. ”Was für ein Vogel ist das?” will der Professor wissen. “Da muss ich schon mehr zu sehen bekommen”, meint der Student. “Durchgefallen!” donnert der Prüfer. Als der Student schon an der Tür steht, ruft der Professor: “Welcher von den Kandidaten sind Sie überhaupt?” Da zieht der Student ein Hosenbein hoch und sagt: “Raten Sie mal.”

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Happy Birdsday, Mr. President

 

Als mein Patenonkel, von dem ich meinen zweiten Vornamen geerbt habe, in den 50er Jahren nach Australien auswanderte, sprach er etwa 20 Wörter Englisch. Matthias Komp, von seinen Bonner Freunden “Matthes” genannt, hat im Laufe der Jahre nicht nur seinen Englisch-Wortschatz, sondern auch sein Vermögen deutlich aufgestockt. Aber noch heute, mit über achtzig Jahren, muss er sich die Frotzeleien seiner Söhne und Schwiegersöhne anhören, wenn es um seine skurrilen Wort-Neuschöpfungen geht. Beliebtes Beispiel: Happy birdsday!

Dass ein Geburtstag bisweilen mit Vögeln assoziiert wird, wissen wir seit Marilyn Monroes Ständchen zu Ehren von John F. Kennedy im Jahr 1962. Die Schauspielerin trug bei ihrer Performance ein hautenges fleischfarbenes Kleid, darunter nichts, auch wenn man das im entsprechenden Youtube-Video nicht unbedingt erkennen kann. Sie trug ihren Song betont schlüpfrig vor, was auch heute noch unschwer nachzuvollziehen ist. Anschließend verbreitete sich das Gerücht, der Präsident habe eine Affäre mit der Schauspielerin gehabt. Nur etwa zwei Monate nach der besagten Geburtstagsfeier starb die Monroe an einer Überdosis von Barbituraten; danach gab es Spekulationen, die Todesursache sei nicht etwa Suizid gewesen, sondern der CIA habe die Sache erledigt. Die Vermutungen sind bis heute nicht bewiesen, aber feststeht: John F. Kennedy war ein herausragender Präsident. Er war ein Adler.

Christian Wulff erinnert in diesen Tagen eher an einen zerzausten Zeisig. Bei allem, was wir seit Wochen von ihm und über ihn hören, ist nichts wirklich Kriminelles, aber eben auch nichts Herausragendes. Schon in der Zeit vor dem ganzen Medienrummel ging’s ja eher bieder und kleinkariert als großartig zu. Und genau das ist das Problem.

All die Details über Einfamilienhäuschen-Darlehen, Ferienaufenthalte, Oktoberfest- und Partybesuche – wen interessiert diese Ansammlung von Peinlichkeiten inzwischen noch? Was die Mehrzahl der Bürger unseres Landes sich sehnlichst wünscht, ist ein Präsident, der für sein – aus Sicht des Durchschnittsbürgers – außerordentliches Gehalt wenigstens einen ordentlichen Job macht.

Woran werden wir in fünf oder zehn Jahren denken, wenn der Name “Christian Wulff” fällt? An welche Reden, Ideen, Impulse? An welches Projekt?

Herr Wulff hat nie ein Projekt gehabt. Er kennt nur Leute, die Projekte machen. Maschmeyer und Ferres zum Beispiel. Herr Wulff hat immer nur viele kleine Karriereschritte getan, aber nie ein großes Ziel im Auge gehabt.

Ich weiß, es ist unfair, Wulff mit Kennedy zu vergleichen, die beiden Ämter sind zu verschieden. Aber wie wäre es mit Theodor Heuss? Eine authentische und sehr persönlich gefärbte Schilderung von “Papa Heuss” finden Sie in der FAZ unter dem Titel “Mein Bundespräsident“. Der Artikel hat bei mir viele Erinnerungen geweckt und eine akute Melancholie ausgelöst. Ich hoffe, die Sache ist bald ausgestanden.

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Tadashi Kawamata – Brückenbauer und Künstler, Projektmensch und Philosoph

 

Zum Jahreswechsel machen wir uns Gedanken darüber, was das neue Jahr uns bringen wird. Natürlich können wir uns einreden: Es ändert sich nichts, alles läuft einfach weiter. Aber es ist wie beim Geburtstag: Es wird Geschenke geben im neuen Jahr, und nicht über alle werden wir uns freuen. Weil wir das ahnen und dem Neujahrs-Braten nicht so recht trauen, lassen wir es krachen und trinken uns Mut an mit Champagner.

Eine ganz andere Methode ist es, sich an seinem Geburtstag selbst zu beschenken, statt auf Überraschungen zu warten – einfach in die Küche gehen und den Braten selber zubereiten. Am besten nicht nur einmal im Jahr – anders gesagt: Versuche, jeden Tag so zu nehmen, als wär’s dein Geburtstag.

Einer von denen, die diese Methode bevorzugen, ist der japanische Aktionskünstler Tadashi Kawamata. Ich vermute, er begnügt sich in der Silvesternacht nicht mit guten Vorsätzen und frommen Wünschen. Der Mann macht Projekte. Und er baut Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft. Das, finde ich, passt ganz gut zu einem Jahreswechsel.

Wenn Sie sich das Video “Künstler hautnah” anschauen, den Auszug einer ARTE-Sendung, werden Sie feststellen: Hier wird in drei Minuten mehr vermittelt bezüglich Risiken, Sinn und Zweck der Projektarbeit als bei manchem dreitägigen Projektmanagement-Seminar. Der Mann hat Ahnung. Und Überzeugung.

“Ich bin ein Provokateur. Ich arbeite mit Interventionen in der Stadt, in der Gesellschaft, im öffentlichen Raum. Meine Kunst ist laut, aber nicht unangenehm, auch wenn sich manche Leute daran stören. Mein Ziel ist es, soziale Strukturen aufzulösen und neu zu verhandeln. Aufsehen zu erregen ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit”, sagt Tadashi Kawamata. Ich denke, solche Provokateure brauchen wir.

Wie steht’s mit Ihnen, haben Sie schon ein Projekt für das neue Jahr? Ich habe eins, mehr verrate ich nicht.

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Mut, Ausdauer, Schönheit – Gedanken einer faszinierenden Frau zu der Frage: Was ist Mathematik?

 

Diese Frau finde ich bezaubernd. Mein Eindruck: Sie ist sehr klug, spricht außer Russisch fließend Deutsch und Englisch, sie hat Charme, Humor und eine außergewöhnliche Präsenz. Insofern ist mein Urteil über Olga Holtz höchst subjektiv, als Richter in einem Rechtsverfahren würde ich wegen Befangenheit abgelehnt.

Gott sei Dank wird Frau Holtz keines Vergehens beschuldigt, im Gegenteil: Ihre Forschungsarbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Aber urteilen Sie selbst: Bei dctp.tv finden Sie ein Interview  mit der russischen Mathematikerin, die zur Zeit in Berlin und in Berkeley forscht und lehrt. Der Titel des Videos verweist auf Apollon, den Gott der Weissagung, der Künste und der Musik: ”Eine Testamentsvollstreckerin des Apoll“.

Falls Sie nicht gerade ein Fan der barocken Oper sind, überspringen Sie am besten die Anfangssequenz und starten bei der Schlussphase des Interviews, die ich für die interessanteste halte (Sie können ja jederzeit wieder zurückspringen). Ab 39:16 geht es um die Bedeutung von Schönheit und Eleganz in der Mathematik. Die Rede ist von Tugenden wie Mut, Ausdauer und Intuition sowie vom Glück des Tüchtigen und der Unmöglichkeit, bei einem mathematischen Forschungsprojekt den Erfolg zu planen.

Für mich bringt das Video eine Menge Wasser auf die Mühle “Projektarbeit und Philosophie”; es hilft, das Wesen der Mathematik zu ergründen und die zahlreichen Klischees zu entlarven, mit denen jeder zu kämpfen hat, der sich mit Mathematik auseinandersetzt – als Lehrer und erst recht als Schüler. Dieses Video zeigt vor allem, wie lächerlich die Vorstellung von der Mathematik als reiner Männersache ist. Die Mathematik ist weiblich, sie ist – wenn man von der sprachlichen Wurzel ausgeht – die Technik des Denkens, das Handwerk des Lernens, die Kunst der Künste.

Wie gesagt, ich bin befangen. Ich wollte auf ein interessantes dctp-Video hinweisen, und nun ist es eine Ode an die Mathematik geworden ;-) . Ich bitte um Nachsicht und setze noch ein Zitat von H. G. Hardy oben drauf, welches von Olga Holtz im Interview erwähnt wird:

Es gibt in der Welt keinen Ort für hässliche Mathematik. 

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Liebe Blog-Leserin, lieber Blog-Leser, die Kommentarfunktion …

 

… wurde geändert. Im Formular für die Eingabe eines Kommentars gibt es seit einiger Zeit – zur Vermeidung lästiger Spam-Kommentare – ein Rechenfeld, welches unbedingt vom Benutzer auszufüllen ist. Leider war dies bisher nicht durch den entsprechenden roten Stern gekennzeichnet, so dass es bei einigen Blog-Lesern offensichtlich Irritationen gab, zumal die entsprechende Fehlermeldung wenig aufschlussreich war. Ich bitte das zu entschuldigen. Inzwischen ist die Sache begradigt worden; falls Sie noch weitere Anregungen für Änderungen haben, bezüglich Kommentarfunktion oder auch anderer Features, lassen Sie es mich bitte wissen.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

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