Das Peerlusconi-Rätsel ist lösbar, natürlich.

Die Natur ist oft der beste Ratgeber. Was also macht ein Problem-Peer, wenn ihm das Wasser bis zum Halse steht, wenn – wie erst gestern an dieser Stelle berichtet – die Wogen der öffentlichen Kritik über ihm zusammenschlagen? Er taucht für eine Weile ab, in die Tiefen des Ozeans.
Dort, in den Unterwasser-Wirtshäusern der Seeanemonen und ihrer Stammgäste, der Clownfische, kann er die Kritik von Staatspräsidenten, politisch aktiven Clowns und Zirkusdirektoren an sich abperlen lassen, und er bekommt kostenlose Bio-Tipps zur Lösung komplexer Probleme in der globalisiert-verknäuelten Welt der Finanz-Medien-Mafia-Demokratie-Realsatire (in dieser Reihenfolge, jedoch mit fließenden Übergängen).
In dem SpiegelOnline-Artikel “Nächtliche Fürsorge” über die Ergebnisse einer US-Forschungsstudie heißt es:
Clownfische und Seeanemonen leben in einer perfekten Symbiose. Die Anemone bietet ihrem Partner mit ihren giftigen Nesselzellen Schutz vor anderen Fischen. Der farbenfrohe Clownfisch wiederum verteidigt seine Wirtin vor Fressfeinden und hält ihre Tentakeln sauber.
Das alles war seit geraumer Zeit bekannt, aber nun fand man heraus, dass die “schwimmenden Gäste” noch mehr für ihre Anemone tun: Sie ”wedeln auch Sauerstoff heran, wenn der im Wasser knapp wird”.
Über die Clown- bzw. Anemonenfische erfahren wir bei Wikipedia:
Anemonenfische sind nach Erreichen der Geschlechtsreife zunächst männlich. Sie leben in Polyandrie, ein Weibchen mit mehreren Männchen, in einer oder einer kleinen Gruppe von Anemonen. Das dominierende, größte Tier in einer Anemone ist immer das einzige Weibchen. Stirbt das Weibchen, wandelt sich das stärkste Männchen innerhalb einer Woche in ein Weibchen um.
Was haben wir nun auf unserem Unterwasser-Kneipenbummel gelernt?
1. Die Seeanemonen stehen für die freie Presse. Sie fressen kleine Fische, wobei sie sich giftiger Pfeile (Nesselfäden) bedienen, und müssen sich schützen vor ihren Fressfeinden (s. o.), den großen Fischen.
2. Die Clownfische, die besten Freunde der Seeanemonen – das sind die Politiker, Kabarettisten, Comedians, denen am Erhalt der Presse- und Medienfreiheit gelegen ist, welche ihnen selbst ja zugute kommt. Sie sorgen für saubere Tentakeln (Fangarme) und stets frischen Sauerstoff. Beispiele: Beppe Grillo, Bernhard Paul.
3. “ein Weibchen mit mehreren Männchen”:
Silvio Berlusconi hat’s lieber umgekehrt, das heißt er ist, entgegen der Steinbrück-Vermutung, kein Clown(fisch); vielmehr ist er ein ausgewiesener Fressfeind der freien Presse; zum anderen klingt das Zitat verdächtig nach Angela Merkel, spätestens beim dominierenden, größten Tier ist alles klar.
4. “Stirbt das Weibchen, wandelt sich das stärkste Männchen innerhalb einer Woche in ein Weibchen um.”
Ich frage mich schon seit einiger Zeit: Will Steinbrück überhaupt Kanzler werden? Wieso diese ständigen “unforced errors”? Vermutlich hat er sich längst gegen eine Geschlechtsumwandlung entschieden und kämpft in aller Ruhe den Weg frei für Hannelore Kraft.
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