Da Vinci, da capo

Ja, ich bin wieder online, es geht mir ganz ordentlich nach zwei OP’s innerhalb von wenigen Monaten. Und ich bin meinem Herrgott dankbar dafür, dass ich nach der Diagnose Krebs, die ich vor etwa einem halben Jahr bekam, nun wieder frei herumlaufe :-) . Mal schau’n, wie lange noch.

Da Vinci … so bezeichnet man das computergestützte Verfahren, nach welchem man Prostatakarzinome minimal invasiv entfernt; salopp gesagt, es geht um robotische Chirurgie. Die Operation hat bei mir Markus Hohenfellner durchgeführt, für mich ein ganz besonderer Arzt. Die chirurgische Uniklinik Heidelberg befindet sich gleich neben dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), wo ich vor gut dreißig Jahren des öfteren zu tun hatte; damals war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter an der RWTH Aachen im Bereich Medizinische Informatik und habe bei Projekten der Krebs- und Rheumaforschung mitgearbeitet – ziemlich spannende Sache, und nun gibt’s für mich den Return on Investment ;-) . Jedenfalls kann ich jedem, den es betrifft, die Heidelberger Uniklinik und speziell Professor Hohenfellner sehr empfehlen. Ich werde ihm und seinem Team für den Rest meines Lebens zutiefst dankbar sein.

Da capo … nein, ich fange jetzt nicht ein neues Leben an, ich setze nicht alles auf Null, aber ich setze neu auf. Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht in den letzten Monaten, als plötzlich mein altes Koordinatensystem, privat und beruflich, nicht mehr gültig war – Dinge, die vorher äußerst wichtig zu sein schienen, haben inzwischen eine bei weitem geringere Bedeutung für mich, Bloggen zum Beispiel.

Ja, ich setze neu auf. Ich werde mehr Acht geben auf die kleinen Dinge, zum Beispiel bei einer Wanderung im Gebirge oder am Strand, und ich werde mir mehr Zeit nehmen für die Menschen, die mir wichtig sind. Ganz nebenbei habe jetzt einen unschätzbaren Vorteil: Statt, wie früher, mit meinen Schülern und Studenten auf einer abstrakten Ebene über Leben und Tod zu philosophieren, kann ich jetzt ein wenig mehr Praxisbezug ins Spiel bringen.

Eins kann ich auf jeden Fall versprechen, eine sentimentale Schlafmütze werde ich niemals werden, dafür habe ich nicht die richtigen Gene.

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