Die XXL-Koalition der Traumtänzer und Geldverschwender

Was wir dringend brauchen: Praktische Berufserfahrung als Zulassungskriterium für Parlamente und öffentliche Führungspositionen

 

Gerade lese ich die SPIEGEL-Kolumne “Das Geld der anderen“, in welcher der Autor Jan Fleischhauer mir aus der Seele spricht:

Was passiert, wenn jemand nie in einem normalen Beruf gearbeitet hat, sondern immer in der Verwaltung oder im Parlament saß, zeigen die Verhandlungen zur Großen Koalition: Er ist sehr großzügig mit dem Geld anderer Leute.

Fleischhauer hat den Politikern von Union und SPD, die uns in den nächsten Jahren regieren wollen, genau auf die Finger geschaut und nachgerechnet:

50 Milliarden Euro kostet es, wenn man alles zusammenrechnet, was sich die Unterhändler in den Koalitionsverhandlungen für den Fall einer Großen Koalition an Neuerungen ausgedacht haben. Taifun “Haiyan” hat nach ersten Schätzungen einen Schaden in Höhe von zehn Milliarden Euro hinterlassen … Was die öffentlichen Finanzen angeht, haben die Vorhaben der Arbeitsgruppen also die fünffache Zerstörungskraft eines Monstersturms.

Auch die wesentliche Ursache für die Verschwendungssucht der Berliner Akteure hat Jan Fleischhauer erkannt: Jeder Bäckermeister und jede Einzelhändlerin muss das Geld, das er oder sie für neue Investitionen ausgibt, erst erwirtschaften. Jemand, der sein ganzes Leben nur an Schulen, Hochschulen, in Politik und Verwaltung verbracht hat, ist daran gewöhnt, dass immer genug Steuergelder in die großen öffentlichen Kassen fließen – das Geld der anderen. Das, was man den Bäckern, Einzelhändlern, Klempnern und Friseuren jeden Monat aus der Tasche zieht. Und wenn es wieder einmal knapp werden sollte für die grandiosen Megaprojekte in Berlin oder auch in Brüssel, in Hamburg oder Stuttgart, dann wird noch ein Stück tiefer in die Taschen der anderen gegriffen.

Einen Vorwurf muss sich Jan Fleischhauer jedoch gefallen lassen: Er ist auf dem rechten Auge blind und bringt nur “Sozis” wie Gabriel und Steinmeier als Beispiele für ein Politikerleben ohne echte Berufserfahrung. Ich bin sicher, dass der Anteil der realitätsfernen Akademiker und Bürokraten bei CDU und CSU nicht wesentlich geringer ist.

Und nun genug der Kritik und des Klagens. Hier sind meine konkreten Vorschläge, die ich teilweise schon an anderer Stelle formuliert habe:

  • Jeder, der Mitglied eines Parlaments (Stadtrat, Bundes- oder Landtag) werden will, muss vorher mindestens fünf Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet haben.
  • Das gleiche muss für jeden gelten, der eine Behörde, ein Ministerium, eine Schule, ein Krankenhaus bzw. eine Abteilung in einer solchen öffentlichen Einrichtung leiten will.
  • Jeder, der an einer Hochschule studieren will, sollte neben dem Hochschulreifezeugnis auch eine abgeschlossene Berufsausbildung in Industrie, Handel oder Handwerk nachweisen.
  • Auch für die Lehrtätigkeit an einer weiterführenden Schule oder Fachhochschule sind eine abgeschlossene Berufsausbildung und zusätzlich zwei Jahre Berufstätigkeit in der freien Wirtschaft notwendig.

 

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