Ganz einfach: Betriebliche Ausbildung als Voraussetzung f√ľrs Studium

In meinem letzten Artikel ging es um die Frage: Wie können wir den Akademisierungswahn in Deutschland stoppen? Die Antwort ist ziemlich einfach.

Stellen Sie sich vor, jeder Sechzehnj√§hrige w√ľsste: Um zu einem Hochschulstudium zugelassen zu werden, brauche ich neben dem Reifezeugnis eine Urkunde, die den Abschluss einer betrieblichen Ausbildung bescheinigt, also ein IHK-Pr√ľfungszeugnis,¬†einen Facharbeiter- oder Gesellenbrief. Schlagartig w√§re Schluss mit der Geringsch√§tzung der dualen Berufsausbildung, ebenso mit der √úberh√∂hung und Pervertierung des Abiturs. Abi und Fachabi w√§ren nur noch das, als was sie urspr√ľnglich gedacht waren: ein h√∂herer Schulabschluss. Keine Garantie f√ľr ein gelingendes Leben, wie jeder Studienabbrecher wei√ü.

Mit einem Schlag w√ľrde das kindlich-√ľberhebliche Verhalten der Abiturienten mit Lese- und Rechenschw√§che aufh√∂ren, der mitleidige Blick in Richtung Azubis. Pl√∂tzlich w√§re klar: Wenn ich mit Erfolg studieren will, gen√ľgt nicht das Pauken von Fakten und das Durchschlawinern in Oberstufenkursen und diversen „Berufs“-Fachschulen. Ich muss mich beweisen in einem Betrieb, in der t√§glichen Auseinandersetzung mit Kollegen, Chefs und Kunden. Und dabei baue ich mein Selbstvertrauen auf – indem ich mein erstes Geld verdiene, meine ersten Steuern und Rentenbeitr√§ge zahle.

Zwei Wege bieten sich dabei an: Entweder Durchmarsch bis zum Abi mit achtzehn oder neunzehn, danach verk√ľrzte Berufsausbildung, anschlie√üend zur Uni; oder mit sechzehn Einstieg in eine duale Ausbildung, danach Meister statt Master oder aber Fachabitur an einer Fachoberschule mit anschlie√üendem FH-Studium. In beiden F√§llen w√§re mit circa 23 Jahren der Bachelor oder aber der Meisterbrief zu schaffen.

Wo ist das Problem? W√§re es wirklich schlimm, wenn es weniger 23-j√§hrige Langzeitsch√ľler g√§be, weniger Studienabbrecher, mehr ganzheitliche Bildung statt Halb- und Einbildung?

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1 Kommentar

  1. Bernhard Meiser —   25. April 2016, 15:18 Uhr

    Gute Idee und schöne Anregung an die neue Landesregierung:-)

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