Das Ende der Menschheit als “Weltuntergang” – Größenwahn einer bedrohten Tierart

Treffen sich zwei Planeten im Weltall. Sagt der eine: “Du siehst aber schlecht aus. Fehlt dir was?” Sagt der Zweite: “Ach, mir geht’s gar nicht gut. Ich habe Homo sapiens.” Tröstet ihn der andere: “Mach dir keine Sorgen, hatte ich auch mal. Das geht wieder vorbei …”

Diese Geschichte viel mir als erstes ein, als ich auf SPIEGEL ONLINE die Schlagzeile las:

Zwölf Szenarien für den Weltuntergang: Wir werden alle sterben

Die Überschrift ist doppelt irreführend. Zum einen geht es in dem zugehörigen Artikel nicht um den Untergang “der Welt”, was immer das heißen mag. Und der Satz “Wir werden alle sterben”, eine Binsenweisheit, schießt ebenfalls am eigentlichen Thema des Aufsatzes vorbei: Ende der Menschheit.

Wie wäre es, wenn wir Menschen uns nicht so wichtig nehmen würden?

Wenn ein Mensch stirbt, geht dadurch nicht gleich eine ganze Nation oder ein Weltkonzern (gemeint ist natürlich ein globales Unternehmen) zugrunde. “Die Friedhöfe sind voller unentbehrlicher Männer”, hat schon Georges Clémenceau festgestellt. Also: Tieferlegen. Entspannen. Egozentrisches Denken macht auf Dauer nicht glücklich.

Und wenn es eines Tages die Menschheit nicht mehr geben wird, bedeutet dies nicht zwangsläufig das Ende all der anderen ungezählten Tierarten auf diesem Planeten, erst Recht nicht das Ende der Erde. Und selbst wenn sich in drei Milliarden Jahren, so liest man es am Ende des SPIEGEL-Artikels, unsere Sonne zu einem Roten Riesen aufbläht und jegliches Leben auf der Erde unmöglich sein wird: Unser Sonnensystem ist nur eines von circa 300 Milliarden solcher Systeme in der Milchstraße, und diese ist wiederum nur eine von schätzungsweise 50 Milliarden Galaxien im uns bekannten Universum. Warum zum Kuckuck soll es außer der Erde nicht noch jede Menge weitere belebte Planeten geben? Noch einmal: Tieferlegen. Entspannen. Anthropozentrisches Denken macht auf lange Sicht dumm.

Der SPIEGEL-Artikel ist, wenn man von der verunglückten Überschrift absieht, sehr lesenswert. Erschreckend ist er allenfalls für die, die mir in den letzten Monaten nicht über den Weg gelaufen sind, die ich also nicht mit meinem Lieblingsthema “Ende der Menschheit” heimsuchen konnte ;-) . Na ja, wenn ich so weitermache, wird mein Freundeskreis bald sehr überschaubar sein.

Meine Abschlussfrage an Sie: Wie lange noch wird es Menschen auf der Erde geben, was glauben Sie? Zusatzfrage: Wie hoch ist aus Ihrer Sicht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie selbst das Ende der Menschheit erleben werden?

Glauben Sie mir, solche Fragen helfen weiter … in Richtung Tieferlegen, Entspannen, Carpe diem.

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