Lob der Philosophie

St√§ndig und √ľberall wird politisiert, psychologisiert, soziologisiert und p√§dagogisiert. Warum philosophieren wir so wenig?

Gerade jetzt, wo das Thema „Fl√ľchtlinge“ immer hitziger in den Medien abgehandelt wird – von Politikern und „normalen“ B√ľrgern, selbsternannten Patrioten und Gutmenschen -, ist es wohltuend, einmal den Gedanken und Argumenten eines Philosophen zu folgen.

Das „Philosophie Magazin“ hat 27 Denker zum Thema Migration und Integration befragt. Wolfram Eilenberger, der Chefredakteur der Zeitschrift, wurde aus diesem Anlass von SPIEGEL ONLINE interviewt. Er sagt in diesem¬†Interview¬†einige bemerkenswerte S√§tze, wobei er ebenso auf positive wie auf negative Aspekte der Fl√ľchtlingsproblematik hinweist:

Ich finde, unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen zw√∂lf Monaten als au√üerordentlich resilient, aktivierungsf√§hig und selbstmobilisierend gezeigt. M√∂glich, dass man in 20 Jahren sagt: Das war ein Wunder! Es ist sehr viel Gutes getan worden, auf das man stolz sein kann. Viele Helfer haben erkannt, dass der Staat nicht alle gesellschaftlichen Probleme l√∂sen kann. Also haben sie sich selbst organisiert in Netzwerken. (…)

Gerade die Fl√ľchtlingsthematik wird von einer infantilen Diskurskultur beherrscht, von wechselseitigen Unterstellungen, H√§me, Beschuldigung, naiver Besserwisserei und Verh√§rtung. (…) Es w√§re ein erwachsener Anfang, sich zun√§chst eine grundlegende Perplexit√§t einzugestehen. Wir bewegen uns derzeit alle auf schwankendem Grund. Das erfordert eine besondere Wachheit und Gelenkigkeit, gerade in Bezug auf eigene √úberzeugungen. Es erfordert die Bereitschaft, Unrecht zu haben.

Ich muss gestehen, hier wie auch in vielen anderen Fällen des öffentlichen Diskurses finde ich die philosophische Art zu denken und zu beurteilen hilfreicher als die politische oder die psychologische.

Warum philosophieren wir so wenig?

 

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