Umkehr 2017

Gestern standen wir am Rande des Abgrunds, heute sind wir einen Schritt weiter.

Wir alle lachen, wenn wir diesen Satz hören. Wir halten die Sache für einen Witz. Denn das kann ja nicht ernst gemeint sein. Einen Schritt weiter … in den Abgrund.

Haben Sie einmal darüber nachgedacht, wie aus diesem vermeintlichen Witz plötzlich Ernst werden könnte? Nein, ich spreche nicht von kollektivem Selbstmord, wo man bewusst diesen einen Schritt tut, der auch der letzte ist … in den Abgrund.

Ich meine etwas anderes. Wir – eine Wandergruppe, eine Familie, ein Volk – haben den falschen Weg eingeschlagen und uns an den Rand einer Katastrophe gebracht. Natürlich hat es keinen Sinn, weiterzugehen. Aber für immer stehen bleiben, das ist unmöglich. Nein, irgendwann muss der nächste Schritt erfolgen … zurück.

Umkehren. Aus dem Chassidismus stammen die folgenden Sätze:

Die große Schuld des Menschen
sind nicht seine Sünden, die er begeht –
die Versuchung ist groß und seine Kraft ist klein.
Die große Schuld des Menschen ist,
daß er jederzeit umkehren kann
und es nicht tut.

Lassen Sie es uns tun. Im neuen Jahr. Umkehren. Die Richtung wechseln. Die Denkrichtung. In der Familie, im Beruf und in der Politik. Die alten Trampelpfade verlassen. Ich meine nicht Buße im religiösen Sinn, also Umkehr zu Gott. Eher das, was in der griechischen Bibelfassung statt „Buße“ steht:  Metanoia, zu deutsch: Sinnesänderung. Und das ist näher bei Sokrates und Buddha als bei Jesus von Nazareth.

Mir geht es im Wahljahr 2017 vor allem um die Bildungspolitik. Wir brauchen keine 16 Schulsysteme in Deutschland. Keine wertlosen Abiturzeugnisse. Kein Bildungssystem, in dem immer mehr junge Menschen den Boden unter den Füßen verlieren und abdriften in Gleichgültigkeit, Drogen, Suizid.

Wir müssen weg von diesem Irrweg – weg von Einbildung und Halbbildung. Was wir brauchen, ist echte Bildung. Bildung der Persönlichkeit. Herzensbildung. Das Ziel: ein gelingendes Leben – Selbstvertrauen, Achtsamkeit, Urteilskraft, Lebensfreude.

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