Erst Azubi, dann zur Uni – Königsweg auch für künftige Ärzte

Statt Numerus Clausus und Männerquote (!):
Krankenpflege-Ausbildung vor dem Medizinstudium.

 

Die Frankfurter Allgemeine bringt heute einen Gastbeitrag von Jürgen Freyschmidt. Überschrift: „Wir brauchen eine Männerquote für Ärzte“.

Jedem, der hier Sexismus wittert, rate ich, sorgfältig den FAZ-Artikel zu lesen. Denn erstens ist der Autor vom Fach: Radiologe, ehemaliger Professor und Chefarzt. Zweitens macht er seine provozierenden Vorschläge, weil es tatsächlich großen Leidensdruck bei den Medizinern gibt. Ich zitiere:

Etwa 65 Prozent aller zum Medizinstudium Zugelassenen sind Frauen. Davon brechen viele das Studium ab oder üben nach erfolgreichem Staatsexamen ihren Beruf nicht aus …

Weiter heißt es:

Für die Feminisierung des Medizinstudiums gibt es eine ganz einfache Erklärung: 70 Prozent der Frauen haben eine bessere Abiturnote als Männer. Doch bedeutet eine Durchschnittsabiturnote um 1 nun, dass der Kandidat oder die Kandidatin geeigneter für den ärztlichen Beruf ist als Kandidaten mit einer Durchschnittsnote von 2 oder mehr?

Damit sind wir schlagartig wieder beim Thema Abiturwahn. Aus meiner Sicht ist weder der Numerus Clausus noch eine Männerquote der richtige Weg. Zwei gute Lösungsansätze werden in dem FAZ-Artikel erwähnt: Eignungstests für den Arztberuf sowie „ein Krankenpflegepraktikum von bis zu acht Monaten“.

Aber warum machen wir nicht Nägel mit Köpfen? Nämlich:

Zulassung zum Medizinstudium nur mit Abitur plus
abgeschlossener Krankenpflege-Ausbildung.

Das Universitätsstudium für Mediziner könnte man dann entsprechend straffen, weil jeder Studienanfänger schon solide medizinische Vorkenntnisse mitbrächte. Und am Ende gäbe es vermutlich mehr qualifizierte Ärztinnen und Ärzte und weniger Studien- bzw. Berufs-Abbrecher.

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