Vom Niedergang des Mathematikunterrichts in Deutschland

„Der Aufstand der Mathelehrer“ – unter dieser Überschrift …

 

… berichtete vor ein paar Tagen der TAGESSPIEGEL von einem offenen Brief, mit dem sich ca. 130 Mathematikdozenten an führende deutsche Bildungsforscher und -politiker gewendet hatten.

In diesem „Brandbrief“ heißt es unter anderem:

Den Studienanfängern fehlen Mathematikkenntnisse aus dem Mittelstufenstoff, sogar schon Bruchrechnung (!), Potenz- und Wurzelrechnung (…)

Der Mathematikstoff wird nur noch oberflächlich vermittelt (…) Man sieht viel Text und bunte Bilder, aber keinen roten Faden mehr (…)

Der Kritik der 130 Hochschullehrer wird von einigen der Adressaten widersprochen. Ihre Einwände sind teils berechtigt, teils fadenscheinig. An der folgenden – im besagten Artikel erwähnten – Tatsache z. B. kommt keiner vorbei:

Im Dezember wurde bei einer Mathe-Klausur für Zwölftklässler in Hamburg eine Durchschnittsnote von 3,9 erzielt. Auf Anordnung von Schulsenator Ties Rabe wurden anschließend die Zensuren um eine ganze Note angehoben.

Kein Kommentar. Und nun die Pointe: Kristina Reiss, Professorin für Mathematikdidaktik an der TU München und Projektmanagerin der Pisa-Studie, tritt den Kritikern des gegenwärtigen Mathematik-Unterrichts mit folgendem Statement entgegen:

„Es ist ein fundamentales Missverständnis, dass die Schule die Schüler studierfertig abzuliefern hat“.

Was meint Frau Reiss mit „studierfertig“? Mit dem Studieren fertig sein kann ein Abiturient sicher nicht; er fängt doch gerade erst an.

Meint sie „studierfähig“? Dann sage ich: Ja, was denn sonst ist Sinn und Zweck des Abiturs? Jedenfalls, solange es keine Aufnahmeprüfungen an jeder Hochschule für jeden Studiengang gibt.

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