In Zukunft: Zehn Jahre Schüler, dann Azubi oder Student (!) am Kolleg

Nachtrag zu: „Vom Niedergang …“ (25.3.2017)

 

Der Artikel vom 25. März schloss mit meiner Kritik an Frau Prof. Kristina Reiss, die sinngemäß sagt: Es ist nicht Aufgabe der Schule, den Hochschulen studierfähige Abiturienten zu übergeben.

Meine Entgegnung im besagten Artikel war:

Ja, was denn sonst ist Sinn und Zweck des Abiturs?

Ergänzend sagte ich: „Jedenfalls, solange es keine Aufnahmeprüfungen an jeder Hochschule für jeden Studiengang gibt“. Mit anderen Worten:

Entweder bedeutet „Zeugnis der Hochschulreife“ wirklich „reif für die Uni“ oder das Abitur ist nur ein Schulabschluss und der Abiturient muss sich durch Bestehen einer Aufnahmeprüfung fürs Hochschul-Studium qualifizieren.

Aber es gibt einen dritten Weg, den ich in meinem Buch „Zu viel Schule, zu dumm fürs Leben“ vorschlage:

Abkoppeln der Sekundarstufe II von den Gymnasien/Gesamtschulen
(wie bereits bei Fachoberschulen, Berufs- und Abendgymnasien praktiziert)

und Implementieren selbständiger Kollegs.

Für alle, die meine 29 Thesen noch nicht kennen, hier die Kurzfassung:

  • Zehn Jahre Nonstop-Schule sind genug. Mit 17 oder 18 ist man kein Kind mehr. Folglich auch kein „Schüler“.
  • Entweder man wird Azubi und hat mit dem Berufsabschluss die Zulassung zum Studium (!) an einem Berufskolleg (Ziel: Hochschulreife)
  • oder man schafft die Aufnahmeprüfung (!) an einem Studienkolleg (Ziel: ebenfalls Hochschulreife) und macht anschließend eine verkürzte duale Berufsausbildung.

Nach diesem Modell ist jeder Achtzehnjährige ein Azubi oder Kollegstudent und wird mit „Sie“ angeredet. Mit Anfang zwanzig hat jeder einen Berufsabschluss (–> Königsweg), erst danach kommt wahlweise das Hochschulstudium, ohne Aufnahmeprüfung.

Allerdings gibt es eine solche Prüfung vor dem Einstieg ins Studienkolleg (s. o.) – für alle, die sich den „Durchmarsch“ von der ersten Klasse bis zum Abi zutrauen (was zur Zeit leider von jedem armen Teenager-Schnuffi erwartet wird, mit oft fatalen Folgen: Frust, Burnout, Depression …).

Weitere Details finden Sie in meinem Buch.

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