Was ist Dein Projekt, Martin?

Daniel Günther hatte ein Projekt: Sturz der Landesregierung in Kiel. Und er hatte Glück. Sein Gegner Torsten Albig redete sich in einem Interview mit der Regenbogenpresse um Kopf und Kragen.

Die Herren Laschet und Lindner haben ein ähnliches Projekt in NRW. Auch sie könnten gewinnen – wegen der Fehler von Frau Kraft.

Und Martin Schulz? Er hatte einen fulminanten Start im Januar. Es klang überzeugend, als er sagte: Ich will Bundeskanzler werden. Aber Angela Merkel ist nicht Kraft oder Albig, sie macht zur Zeit kaum Fehler.

Was Schulz braucht, ist ein neues Projekt. Zum Beispiel ein kompaktes, handlungsfähiges Mitteleuropa nach dem Brexit. Die Gerechtigkeit wird’s nicht bringen – sie gehört zu den Wurzeln der SPD, und das zielt in die Vergangenheit. Ein „proiectum“ ist etwas, das „nach vorn geworfen“ wird. Die Wähler wollen wissen, wie es weitergeht – in Deutschland und Europa. Bestes Beispiel: die Friedenspolitik von Willy Brandt.

Bis zum 24. September ist noch ein wenig Zeit. Nach Kiel und Düsseldorf kommt Berlin. Und stets gilt der Spruch:

Sage mir, was Dein Projekt ist,
und ich sage Dir, wer Du bist.

 

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1 Kommentar

  1. Heinrich —   17. Mai 2017, 01:52 Uhr

    „Wollen wissen wie es weiter geht“ – das trifft’s! Ich habe das Gefühl, dass Parteien sich an der Identifizierung von Problemen üben. Diese Disziplin beherrschen soweit fast alle Parteien, was sie bis hier hin beinahe austauschbar machen. Die Lösungsansätze zeigen uns, wen wir wählen sollten. Und genau da muss u.a. Herr Schulz noch Aufklärung betreiben.

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